Wortgebrauch und Machtgebrauch Print

Sehr geehrte Dame,
sehr geehrter Herr,
 
im Dialog Gorgias nimmt Platon das Verhältnis von Wortgebraucht und Machtausübung in den Blick. Eine Politik, die Gerechtigkeit bzw. das Gemeinwohl aus den Augen verliert, gebiert den sophistischen Wortkünstler, der seine wahre Intention „Freiheit für mich und Macht über andere“ verbirgt. Die Öffentlichkeit liebt ihn, denn seine schmeichelnde Rede tut ihr unheimlich gut, und er führt sie auf seine Pfade. Wie funktioniert die sophistische Rede? Was macht er?
 
Der Sophist
1) trennt das Wort von der Wirklichkeit,
2) zerstört den Mitteilungscharakter des Wortes und der Rede.

  • Der Hörer wird um den Gehalt des Wortes gebracht.
  • Der Hörer wird zum Objekt der Manipulation gemacht.

3) macht das Wort zum reinen Machtmittel,
4) baut eine Schein-Wirklichkeit auf und wird dadurch schließlich zum betrogenen Betrüger.
 
Vom Sophisten, so Platon, können wir jedoch lernen: Auch das Gute, will gut gesagt sein.
 
Vielleicht haben Sie die Muße, diesen Gedankengang bei Platon nachzulesen.
 
Ein schönes Osterfest wünsche ich Ihnen und einen herzlichen Gruß
Andreas Fritzsche

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