Schönheit und Ethik Print
Liebe Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
 
mit meinem philosophischen Monatsgedanken bereite ich einigen Freude und das möchte ich im April mit einer Bemerkung zur Schönheit fortsetzen, die ich bei Thomas von Aquin gefunden habe.
 
Zur Schönheit gehören vier Aspekte, von den drei am schönen Gegenstand hängen, und einer am Betrachter des schönen Gegenstandes.
  1. Der schöne Gegenstand muss stimmig sein, d.h. die einzelnen Teile beziehen sich proportional aufeinander und ergeben ein stimmiges Ganzes (debitas proportio sive consonantia).
  2. Der schöne Gegenstand muss Ausstrahlung haben, d.h. ein gewisser Glanz geht von ihm aus (claritas).
  3. Der schöne Gegenstand ist so vollkommen bzw. gut wie möglich. Das ganze Potential ist realisiert (perfectio).
  4. Der Betrachter muss mit sich und seinen Leidenschaften, Interessen im Reinen sein (temperantia), ein „reines Herz“ haben, dann kann er Schönes wahrnehmen.

 
Die Schönheit rückt unsere Aufmerksamkeit zurecht, weil wir einfach nicht wegsehen können, und wir kommen in Kontakt mit dem Guten. So wie die Sinne, Schönes wahrnehmen wollen, so sucht unser Wollen – im Grunde genommen – Gutes und unser Intellekt Wahrheit. Ganz sympathisch ist an der Schönheit, dass Schönes uns Freude bereitet und Energie entfacht. Warum sollten wir uns das nicht gefallen lassen?
 
Mit herzlichen Grüßen 
Dr. Andreas Fritzsche

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