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Liebe Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
 
in diesem Monat Mai kommt die Schönheit in der Tat zum Zug. Dieser Tage musste ich an das Thema Freundschaft denken, und da hat mir Aristoteles auf die Sprünge geholfen. Da gibt es Beziehungen, die wie Freundschaft aussehen, aber doch keine sind:

  • Freundschaft aus einem gemeinsamen Nutzen; und kommt dieser Nutzen abhanden, dann ist die „Freundschaft“ auch bald vorbei. Vielleicht sollten wir dann doch lieber „Geschäftspartner“ sagen, denn manch einer mimt „Freundschaft“ und will uns doch nur emotional einwickeln.
  • Freundschaft um der Unterhaltung willen; und kommt der Spaß abhanden, dann laufen die „Freunde“ auseinander. Vielleicht sagen wir dann doch lieber „Skatkumpel“.


Diese Beziehung, die wie Freundschaft aussehen, zielen auf eine angenehme Eigenschaft des anderen und nicht auf die Person. Das scheint mir die Gretchenfrage zu sein: meine ich den anderen als Person mit Licht und Schatten, mit Stärken und Schwächen?

Die echte Freundschaft braucht ganz viel Zeit, denn der Wille, jemand Freund zu sein reicht nicht aus. Bei aller Unterschiedlichkeit müssen gemeinsame Interesse, Wertschätzung und der Wille zur Ehrlichkeit vorhanden sein. Dann entsteht dieses emotional verankerte Vertrauen, dass unserem Leben Halt gibt. Aber Vorsicht: die Fehler beim Freund ärgern uns richtig und viel mehr als bei Menschen, die uns gleichgültig sind. Da kann es bisweilen sehr grob werden.
 
Aristoteles gewinnt mit „Freundschaft“ eine Beschreibung für Glück: Glücklich ist derjenige, der mit sich selbst und mit anderen befreundet ist.
 
Mit herzlichen Grüßen 
Dr. Andreas Fritzsche

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