Hypothese

Das griechische Wort „hypothesis“ wörtlich übersetzt heißt das „Unterlegte“ oder die „Unterstellung“. Darum verwenden wir das Wort Hypothese im Sinn einer theoretischen Annahme.  In der Erkenntnistheorie bedeutet es die Voraussetzung, die Annahme von Gründen, Ursachen, Kräften und Gesetzen. So wird häufig von einer Arbeitshypothese gesprochen, welche einer Verifizierung unterzogen wird und gegeben falls falsifiziert wird, das heißt sie wird bewahrheitet oder als falsch verworfen.

Wir bilden Hypothesen, weil wir einen Sachverhalt verstehen wollen. Ein schönes Beispiel gibt Aristoteles: „Freiheit ist eine Hypothese der Demokratie“ Politik  1317a.

Wenn Axiome fest angenommene und geglaubte Grundannahmen sind, die nichtbeweisbar sind und auch keines Beweises bedürfen, dann sind Hypothesen flexibler, denn sie werden geprüft und können auch widerlegt werden, ohne dass ein Weltbild zusammenbricht. Ändern sich Axiome, dann sprechen wir vom Paradigmenwechsel, weil ein Orientierungssystem obsolet wurde. Wenn sich Hypothesen als unhaltbar erweisen, bricht deswegen die Welt noch nicht zusammen. Dann gehen wir eben von einer anderen Annahme aus – wohl wissend, dass eine Gewissheit vorerst aussteht.